Tag Archives: Oper

Drottningholm-Marathon I: Così fan tutte

Nachdem neulich meine DVD-Box mit sechs Opernaufnahmen aus dem Drottningholmsteatern ankam, von denen ich fünf Inszenierungen noch gar nicht gesehen hatte, war heute endlich Gelegenheit, sie anzuschauen. Begonnen wurde mit Così fan tutte. Ich hatte hohe Erwartungen (habe ich doch Figaro und Don Giovanni auf alten, zerfallenden VHS-Kassetten). Jedoch muss ich sagen, dass diese Inszenierung, sagen wir einmal, durchwachsen war.

Das Bühnenbild ist (trotz leider recht weniger Wechsel) schön wie erwartet — kein Wunder, stammt es doch, wie das Theater und die Bühnentechnik, aus dem 18. Jahrhundert. Auch Continue reading

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Schöner singen mit Anna Tomowa-Sintow

Du bist Klassik — du bist die Stimme. Sei individuell und spar dir einfach mal das lästige Artikulieren von Konsonanten. Das hat seinerzeit schon die große Anna Tomowa-Sintow unter »Hermann von Karajan« (Zitat Loriot) getan (wer es genau nachforschen will: In der bekannten Einspielung von Wolfgang Amadeus Mozarts »Don Giovanni« 1986), und ist damit bestens durchgekommen:

Non Mi Dir (Clip)

Merke: Aus einem lästigen, anstrengenden

Non mi dir /non.mi.dir/

machst du einfach ein locker-beschwingtes, anstrengungsfreies

Noo-ii-iir /noõ.iː.iːr/

und alle Welt wird dir verzückt zuhören!

Hab Mut und trau dich! Du bist die Oper — Du bist Anna Tomowa-Sintow!

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Und es geht doch!

Lange Zeit wurde man mit schlechten Operninszenierungen gequält. Da trägt die Königin der Nacht aus heiterem Himmel quietschgrüne Flokatikleider, Figaro wird trotz beachtlicher Leibesfülle unmotiviert in ein Hawaiihemd gezwängt, oder Wotan kommt mit Aktentasche und Handy daher. Ich habe daher die Hoffnung beinahe schon aufgegeben, eine Inszenierung einer Oper zu finden, die zwar modernisiert, aber das Werk trotzdem sinnig und konsequent inszeniert, so dass die Motivation einer Modernisierung nachzuvollziehen ist.

Und dann stieß ich aus heiterem Himmel auf eine Verfilmung der »Zauberflöte«, die kein Geringerer als Kenneth Branagh geschaffen hat. Und diese Inszenierung schafft es (beinahe noch besser als eine den Szenenangaben entsprechende »klassische« Inszenierung), die Motivation der Charaktere, die dramatischen Konflikte und die sich auseinander ergebenden Konsequenzen gut und stimmig darzustellen. Continue reading

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Große Momente der Oper

Beim Stöbern durch youtube bin ich dieses Mal auf eine wirklich, ähm, einzigartige Interpretation von La Traviata gestoßen. Dieser Dame nimmt man ihren Schmerz um den vermeintlich verlorenen Alfredo erstaunlicherweise recht gut ab:

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Nanas, Hasen, Pappgebäude — Schlingensiefs »Parsifal« in Bayreuth

Nun war ich endlich zum ersten Mal in Bayreuth bei den Wagner-Festspielen — und habe die wohl meistdiskutierte Inszenierung der Saison erlebt, nämlich Christoph Schlingensiefs »Parsifal«. Die Meinungen des glamourösen Publikums, das in den halbstündigen Pausen auf dem Vorplatz des Festspielhauses flanierte, gingen weit auseinander, wenn es darum ging, die Bilderfülle und symbolische Überladung der Gralsritterlegende zu interpretieren und zu bewerten. Continue reading

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