Tag Archives: Linguistik

Made my day: Gender disclaimer

Diese Erklärung zur Art und Weise des Genderns »made my day«. :)

For the sake of readability, I will exclusively use male pronouns when referring to individuals who may as well be female as they may be male. I believe, in a work like this, cognitive capacity is better spent on understanding a sentence’s meaning than on the also important reminder of the falseness and injustice of male prototypes forming mental representations of descriptions using this admittedly unfortunate and biasing diction.

Nevertheless, I apologize to anyone who does not accept this explanation as satisfactory and might feel offended or segregated.

Mertes, C. (2008). Multimodal Augmented Reality to Enhance Human Communication. Diploma Thesis, Universität Bielefeld. p. i.

Tagged , , ,

Writing

Diss schreiben ohne Plan, aber mit schönem Ausblick.

Tagged , , , ,

Die Datei

Was ich mich ja immer frage: Was hat es mit dieser sogenannten »Datei« auf sich, auf die ja immer wieder die Sprache kommt, sobald irgendwer was Böses gemacht hat, und die Polizei oder der Staat versuchen, das ganze informationstechnisch in den Griff zu bekommen? Zuletzt aktuell wurde der Begriff (mal wieder) durch die Neonazi-Vorkommnisse.

Für mich und mein Sprachverständnis ist eine Datei eine Speichereinheit auf einem Datenträger, üblicherweise mit einem Namen inkl. einer Endung (meist) zur Markierung des Dateityps versehen, und in Ordnern organisiert, und intern (beispielsweise) über Inodes organisiert.

Die Frage war dann: Was für eine Datei also erzeugen sich die Experten dann da? Zutrauen würde ich denen alles. Typisch wäre ein Word-Dokument mit Tabellen drin. Oder meinetwegen auch eine Excel-Tabelle. Auch PowerPoint hat sich in meiner bisherigen Erfahrung (durch Zwang von oben) als erstaunlich flexibel erwiesen, beispielsweise zum Setzen von A0-Postern oder um Türschilder und Wegweiser damit zu erstellen — Zitat: »Ist ja Querformat, dann nehmen wir doch am besten PowerPoint«.

Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, wie man mit so einem Ding effektiv arbeiten kann, ganz abgesehen davon, wie mehrere örtlich getrennte Einheiten damit arbeiten sollen. Vermutlich fügt jeder neue Informationen im Word-Dokument am Ende an und schickt das Ding als Email-Antwort zurück an alle anderen? Versionsverwaltung des Volkes.

Ich hätte ja eher eine Datenbank vermutet, die man entsprechend abfragen kann, aber doch keine einzelne Datei? Gerade bei den rudimentären Suchfunktionen, die es in MS Office so gibt?

Soweit nun meine Überlegungen — und dann fand ich folgenden Eintrag des Duden als Definition für »Datei«:

nach zweckmäßigen Kriterien geordneter, zur Aufbewahrung geeigneter Bestand an sachlich zusammengehörenden Belegen oder anderen Dokumenten, besonders in der Datenverarbeitung

Das passt natürlich sehr gut auf das, was offensichtlich gemeint ist, wann immer die Rede von einer Datei zur Verbrechensbekämpfung die Rede ist. Aber diese Definition scheint wohl auch für die Dateien, so wie ich sie kenne, zu gelten, jedenfalls in den Augen der Duden-Redaktion.

Da ist doch wohl eindeutig Nachbesserungsbedarf vorhanden. Oder warum sind geordnete »Belege« und »andere Dokumente« konstitutiv dafür, dass ein Bestand als Datei gilt? Es gibt Dutzende von Datei-Arten, in denen rein gar keine Belege und Dokumente enthalten sind, etwa ausführbare Programmdateien oder Konfigurationsdateien. Ich kann auch genausogut Nonsens oder überhaupt gar keinen Inhalt in eine Datei schreiben, und das Ding ist trotzdem eine Datei — nur eben eine leere, oder eine, in der der Inhalt keine Bedeutung hat.

Also, was soll das, Dudenredaktion? Nachbessern, bitte. Macht doch wenigstens zwei Lemmata daraus, wenn diese (in meinen Augen) sehr seltsame Definition der Datei als Dokumentensammlung unbedingt sein muss. Ich jedenfalls habe außer den Medien noch niemanden gehört, der »Datei« mit dieser Bedeutung benutzt hat.

Tagged , , , ,

Today I rant about: Anglocentrism

Please have a look at the following quote (from Sotillo, Susana M.: Corpus Linguistics. In Strazny, Philipp (ed.): Encyclopedia of Linguistics. New York: Fitzroy Dearborn 2005, p. 246):

Dear Ms Sotillo, if I may be so frank to enlighten you: Yes, non-English corpora do exist. In fact, there is also some research going on in the field of linguistics that does not take place in the USA (not even in the Americas), and that even has some languages other than English as its subject. Of course, these do not rate a mention, according to your ingenious classification system consisting of the glorious language triad of AE, BE, and Other-E. — Not even to mention your restriction (1) to text corpora and (2) to only three types of text corpora, silently ignoring, besides others, parallel and learner corpora.

»Corpora also exist for languages other than English«? Seriously, how narrow-minded is such a statement in a scientific publication? The author of an article in an »encyclopedia of linguistics« (thus probably at least a post-graduate) can be expected to produce an article that isn’t as anglocentric and ignorant of the rest of the world as this piece of crap.

Tagged , ,

Tokyo Diaries #1

Arrived in Japan. I am sitting on an abandoned platform of one of the many railway services at Narita Airport. My train leaves at 10:39—enough time to read my travel guides. By the way: I decided to go to Ueno first, since I can’t check in before 3pm. But there should be plenty to do at Ueno (to be more concise, at Ueno Park) even with my luggage: the pagode, the Tosho Gu Shrine, and maybe there is a place where I can leave my luggage, and then I can also see the zoo (pandas!) or the museum.

I like it here already.

Tagged , , ,

Der Felix, die Anni und das Virgino

In meinen Google Alerts, die ich mal nebenbei für das Projekt »Linguistic Networks« aufgesetzt habe und seitdem dann und wann mal sichte, landen seit einigen Tagen immer wieder Personen-Übersichtsseiten von so fragwürdigen Services wie yasni.de und Konsorten. Diese Dienste sammeln sich datenkrakenartig alles, was sie im Internet finden können und was auch nur ansatzweise nach personenbezogenen Informationen aussieht und erstellen dann besagte Personen-Übersichtsseiten, die dann geballte Linksammlungen darstellen. Wenn diese Systeme richtige Personen gefunden haben, und wenn sie auch den Namen die entsprechenden Identitäten richtig zuordnen können, dann haben diese Seiten eine Macht und einen Informationsgehalt, den ich gar nicht abschätzen kann und will — sei es zum Guten oder zum Bösen. Continue reading

Tagged , , , , , , ,

Scientific Spam

Eben bekam ich eine Email, die ich zuerst fast einfach als Spam wegsortiert hätte, bis ich genauer hingeguckt habe. Mir wird dort von einer Mitarbeiterin einer englischen Universität eine Monographie angepriesen, die doch tatsächlich thematisch interessant für mich ist, und erst habe ich überlegt, dass der Spambot recht gut sein muss, wenn er es schafft, mir zumindest relevante Dinge (und keine Viagra oder Solarlampen) zuzuordnen.

Dann aber, am Ende der Mail, dieser Abschnitt (den Namen des Herrn habe ich entfernt):

You have received this email because Professor —, has passed your details on to us.

Bitte was? Ich kenne diesen Herrn wohl vom Namen her, aber nicht so, dass er meine Kontaktdaten haben könnte. Also muss er wohl recht wahllos thematisch nahe universitäre Webseiten abgegrast und contact harvest betrieben haben, um potentielle Käufer für sein Buch zu finden. Also ehrlich, diese Vorgehensweise finde ich recht armselig. Es gibt genug Mailinglisten (allen voran die LinguistList), an die man so etwas schicken kann, und jeder Interessierte wird dann beim Durchsehen der dortigen Buchankündigungen selbst darauf kommen, dass dieses Buch für ihn interessant sein könnte. Warum also so eine Spammerei? Entweder Geltungssucht, oder der Herr möchte einfach nur seinen Umsatz maximieren. Beides gefällt mir nicht.

Tagged , , ,

Safety Cones, Politik und mehrdeutige Antworten

Seit einiger Zeit ist das Top-Thema in Herford, ob die sogenannten Safety Cones, eine moderne Skulptur, auf einer derzeit recht hässlichen Herforder Kreuzung aufgestellt werden sollen. Dazu entbrannten mehr und mehr Diskussionen und Stellungnahmen, so dass es schließlich zu einem Bürgerentscheid kommt, der in einigen Tagen stattfindet. Als ich die genaue Formulierung der Frage, über die abgestimmt wurde, las, dachte ich mir schon, dass da einige Probleme aufkommen werden (nach dem Abstimmungsheft): Continue reading

Tagged , , , , , , ,

Thomas‹ und Dieters neue Trendsportart

Eines der knuffigsten Phänomene in der gesprochenen Sprache sind Kontaminationen, eine besondere Art von Versprechern, bei denen zwei verwandte, aber dennoch unterschiedliche »Bausteine« durcheinandergeworfen werden (mal ganz grob erklärt). Eine wahre Perle gibt es in einer Folge von »Genial Daneben«, in der das Panel herauszufinden versucht, was eine sogenannte »Singlestütze« ist. Hella von Sinnen hat dann auch irgendwann einen Geistesblitz:

von Sinnen:
Ist das am End Nodern Walking mit einem Stöckchen?
Hoecker:
Ja genau.
Boning:
Nodern Walking???
von Sinnen:
Nee, wie heißt es? Nordic, sorry!
Balder:
Nein, das ist viel besser! Cherie Cherie Stütze heißt der Titel!

Wen’s interessiert: Es ist die vierte Frage in der Folge vom 25.10.2008. :)

Tagged , , ,

Rhabarberbarbara…

Ein herrlicher Zungenbrecher. Einfach mal anschauen:

Tagged ,
Optimization WordPress Plugins & Solutions by W3 EDGE