Category Archives: Musik

Lenas subtiles Wagnis

So, gleich geht dieses Dings los. Ich bin ja doch sehr skeptisch, weil ich diesen Song zwar gar nicht schlecht finde, ihn aber für so eine Show gänzlich ungeeignet halte.

Sagen wir es mal so: Wenn die Bühne eine grafische Präsentationsfläche wäre, dann müsste man dort, um aufzufallen und zu begeistern, großflächige, bunte und aussagekräftige Poster und Plakate auffahren, wie Jedward oder diesen Sieben-Zwerge-Verschnitt. Lenas subtil-knisterndes »Taken by a stranger« hingegen ist eine Bleistiftradierung, kaum größer als eine Postkarte und damit verschwindend gering für so eine große Leinwand. So ein Werk muss man allein und intim wahrnehmen, um Kontakt mit ihm aufzunehmen und sich darauf einlassen zu können. Bei so einer Riesenshow und den dazugehörigen Dimensionen ist es aber verloren.

Ich prognostiziere daher einen Platz im Mittelfeld. Mal sehen, wie falsch ich damit liegen werde.

P.S.: Für mich heißt das Ding übrigens immer noch »Grand Prix« und nicht wie die Taste oben links auf der Tastatur.

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Voting-Missbrauch im Zeitalter von Facebook

Irre ich mich, oder steigt wirklich von Monat zu Monat die Anzahl derer, die über Facebook versuchen, an Stimmen für ihre Online-Votings zu kommen? Ehrlich gesagt kotzt mich das Ganze inzwischen nur noch an. Es ist nicht mehr so, dass man einmalig und ganz zwanglos und unverbindlich gebeten wird, doch bei Gefallen (!) kurz eine Stimme abzugeben. Nein, inzwischen kommen Erinnerungen im Drei-Tage-Takt, man legt für diese unsäglichen Votings auch noch separate Veranstaltungen bei Facebook an und lädt Leute wiederholt und wiederholt in diese Dinger ein.

Durch dieses Spamming (das ich aktuell als lästiger empfinde als richtigen Spam) werden doch nur die Votings dermaßen verzerrt, dass der ursprüngliche Zweck, also für den Besten oder die Beste abzustimmen, komplett dahin ist. Diese Votings bilden nur noch ab, wer in sozialen Netzwerken am meisten Leute mobilisieren konnte — durch all die Mechanismen, die einem so einfallen. Je dreister man ist, um so öfter und vielfältiger lädt man ein, mit der Absicht, dadurch seine Quote zu maximieren.

Das klappt aber nicht immer. Ich zumindest habe mir jetzt geschworen, bei diesem Quatsch nicht mehr mitzumachen, wenn mir das Einwerbeverhalten zu nervig ist. Dann gibt es eben gar keine Stimme, und auch Ablehnungen für Einladungen aller Art. Wer das nicht schön findet, hat eben Pech gehabt, und sollte mal sein Verhalten bezüglich der Publikation der Teilnahme an solchen Votings überdenken. Ich stimme von jetzt an nur noch ab, wenn mir dieser ganze Zirkus nicht auf die Nerven geht, und auch dann für diejenigen Kandidaten, die ich am besten finde. Ende der Durchsage.

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Drottningholm-Marathon I: Così fan tutte

Nachdem neulich meine DVD-Box mit sechs Opernaufnahmen aus dem Drottningholmsteatern ankam, von denen ich fünf Inszenierungen noch gar nicht gesehen hatte, war heute endlich Gelegenheit, sie anzuschauen. Begonnen wurde mit Così fan tutte. Ich hatte hohe Erwartungen (habe ich doch Figaro und Don Giovanni auf alten, zerfallenden VHS-Kassetten). Jedoch muss ich sagen, dass diese Inszenierung, sagen wir einmal, durchwachsen war.

Das Bühnenbild ist (trotz leider recht weniger Wechsel) schön wie erwartet — kein Wunder, stammt es doch, wie das Theater und die Bühnentechnik, aus dem 18. Jahrhundert. Auch Continue reading

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Musiktipp: »The Wreckage« von Will Hoge

Genius von iTunes ist ja meistens ein neckisches Ding und empfiehlt seltsame Sachen. Eins der letzten Fundstücke aber hat mich dann doch irgendwie so angesprochen, dass ich das Album gekauft habe, ohne wirklich komplett zu wissen, auf was ich mich da einlasse.

Will Hoges »The Wreckage« könnte von allzu kritischen Zeitgenossen als ein recht flaches und stereotypes Stück US-Rock bezeichnet werden, und wenn man nicht genau hinhört oder sich nicht auf die Musik einlässt, kann das gut sein. Aber mit etwas Gewöhnung ist es doch mehr als das. Es erinnert immer noch an Glenn Frey, an Thelma und Louise, und an das, was wir hier in Europa leichthin mit Country, Nashville oder (im Falle geographischen Unverständnisses) auch wahlweise mit Route 66 oder Südstaaten assoziieren. Aber es ist auch irgendwie mehr. Und vielleicht ist es gerade das Unvermögen, genauer benennen zu können, was da noch ist, was es so interessant machen.

Fakt ist: Man kann sowohl in die Lyrics eintauchen, als das Album auch einfach nur nebenbei laufen lassen, und es ist einfach entspannend… :) Ein bisschen unbedingtes »Feel Good« muss halt auch mal sein — man kann eben nicht immer alles gleich zu Tode analysieren. :)

Für weitere Informationen schaut auf die iTunes-Seite des Albums.

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Israel Kamafjallajökull

Da war es schon wieder im Radio. Dieses nervige Lied. Es ist mir immer noch unbegreiflich, wie dieses doch recht seichte Cover-Gedudel von »Over the Rainbow« (mit Ausflügen in die »What a Wonderful World«) in die Charts kommen konnte. Am schlimmsten finde ich aber, dass der Sänger, dessen Namen ich mir ebensowenig merken kann wie den von diesem isländischen Vulkan (mögen sie beide in Frieden ruhen) chaotisch, dafür aber um so hartnäckiger die Strophen neu zusammensetzt und somit erstens ihren Sinn zerstört und zweitens sogar syntaktisch falsche Sätze konstruiert, in denen offensichtlich so wichtige Dinge wie das Verb fehlen, oder die (wie bei »Human« von den Killers) einfach mal munter Singular und Plural vertauschen:

Somewhere over the rainbow
Way up high
There’s a land that I heard of And the dreams that you dreamed of
Once in a lullaby

oder

Somewhere over the rainbow
Skies are blue Way up high
And the dreams that you dare to dream
Really to come true. Why, oh why can’t I?

Warum? Das irritiert fürchterlich beim Zuhören, und man kann einfach nicht verstehen, warum es diese offensichtlichen Fehler in die Aufnahme geschafft haben. Mir kommt es so vor, als hätte Herr Kamakawiwoʻole den Text nicht so ganz draufgehabt — im Sinne von Auswendig-Wissen ebenso wie im Sinne von Verständnis, denn solche Fehler können kaum passieren, wenn man weiß, wovon man singt. Schon echt seltsam, dass der Song es dennoch so weit gebracht hat. Ich frage mich, was Judy Garland gedacht hätte, wenn sie diese Version gehört hätte. Nein nein, manchmal ist eben doch das Original die beste Version:

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Schöner singen mit Anna Tomowa-Sintow

Du bist Klassik — du bist die Stimme. Sei individuell und spar dir einfach mal das lästige Artikulieren von Konsonanten. Das hat seinerzeit schon die große Anna Tomowa-Sintow unter »Hermann von Karajan« (Zitat Loriot) getan (wer es genau nachforschen will: In der bekannten Einspielung von Wolfgang Amadeus Mozarts »Don Giovanni« 1986), und ist damit bestens durchgekommen:

Non Mi Dir (Clip)

Merke: Aus einem lästigen, anstrengenden

Non mi dir /non.mi.dir/

machst du einfach ein locker-beschwingtes, anstrengungsfreies

Noo-ii-iir /noõ.iː.iːr/

und alle Welt wird dir verzückt zuhören!

Hab Mut und trau dich! Du bist die Oper — Du bist Anna Tomowa-Sintow!

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The Beauty of Slowness

Yesterday I discovered SoundCloud, and I found the most impressive tracks there: Versions of popular music that had been slowed down heavily, which led to a totally different impression — you simply are not able to recognize the original piece anymore. These are the Jurassic Park Theme, allegedly 1000% slower, and The Aquarium from Saint-Saëns‹ »Carnival of the Animals«, 8 times slower.

This music has an unbelievably calming, soothing effect, and it  impressed be so much that I tried to create my own slowdown music. I took Paulstretch and aptitude and slowed down different pieces from Mozart, freely available at the famous »Mozart-Archiv im Turm«. Of these newly created pieces, the »Recordare« from the Requiem impressed me the most. You can listen to my version by clicking the »play« button below, but you also should be provided with an option for download:

Mozart Requiem Recordare 30x slower by pmenke

Other pieces will follow — maybe you have suggestions, especially from Mozart’s œuvre, since the whole lot is available for free. 😉

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Te Deum gefunden!

Der eine oder andere wird sich erinnern: Ich suchte und suchte ein Te Deum von Michael Haydn. Nach Tagen hatte ich entnervt aufgegeben, aber endlich konnte ich durch einen Zufall die Einspielung des »Te Deum in C« (MH 28) vom Savaria Barockorchester unter Németh Pál (oder Pál Németh?) probehören und identifizieren. Ich habe dann das Te Deum sogar bei iTunes herunterladen können. Fragt sich nur, warum ich es zuvor dort nicht finden konnte, obwohl ich dort auch lange gesucht habe.

Was bin ich froh, dieses Stück Erinnerung wiedergefunden zu haben! Man wird sich vorstellen können, dass ich das Ding jetzt ziemlich oft höre. Ich danke allen, die versucht haben zu helfen. :)

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Te Deum gesucht!

Ich brauche mal Hilfe von Leuten, die sich mit Musik — möglichst Klassik, und da möglichst Kirchenmusik auskennen. Wir haben vor langen Jahren in der Schule mal ein Te Deum von Michael Haydn (nicht seinem Bruder Joseph) gesungen, und ich versuche nun schon seit Wochen herauszufinden, welches genau es ist — der gute Mensch hat nämlich gleich fünf davon geschrieben. Leider finde ich kaum eine passende Klassik-CD im Internet, bei der man die einzelnen Tracks anhören kann. Dafür scheinen die CDs wohl zu wenig gekauft zu werden.

Daher hier die Informationen, die ich noch zusammenbekomme: Continue reading

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Der Kunze-Levay-Detektor

In der untenstehenden Liste befinden sich ein paar recht zuverlässige Indikatoren dafür, dass man sich gerade in einem Musical von Kunze und Levay befindet. Wer sich noch nicht ganz sicher ist, was er gerade für ein Musical sieht, kann einfach die folgenden Punkte als Checkliste ausdrucken und mitnehmen, dann abarbeiten und nachher im Programmheft nachgucken, ob das Ergebnis richtig war. Starke Indikatoren für eine Kunze/Levay-Urheberschaft sind: Continue reading

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