Category Archives: Gedichte

Cinderella

Cinderella

Oh, er sah mich an
Doch kann ich für ihn nicht schön sein
Hässlich wie die Nacht,
Mit Asche auf den Wangen
Nicht verwunderlich,
dass er nicht lange auf mich blickt.

Er sieht die Asche, sieht den Rock aus grauem Linnen
Und keine Puppe mit Perlenband im Haar
Ich kann, so wie ich bin, ihn nicht für mich gewinnen
Vergebens… Ich bin für ihn einfach nicht da.

Alles wird im Schloss
in goldnem Glanz erstrahlen,
Dort tanzt sie mit ihm,
Hier sitze ich im Dunkeln
Keiner hört mich an
Keiner weiß, dass ich leiden kann.

In diesem Augenblick ist alles schon verloren,
Ich werde niemals, so wie ich bin, geliebt.
Ja, manche sind bereits als Königin geboren
Und andre sind es nicht wert, dass man sie sieht.

»Cinderella« (© 2006 Peter Menke)
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Abend

Abend

Der letzte Strahl der lebensfrohen Sonne
Trifft mich und gibt den letzten Wärmehauch.
Verlöscht er, so sind Fröhlichkeit und Wonne
Und Lebenssinn vernichtet – wie ich auch.

So wie das Sonnenlicht des Tages schwindet,
Die Nacht mit ihrer Kälte Einzug hält,
So wie die Dunkelheit ihr Reich hier gründet,
So schwindet auch die Liebe aus der Welt.

Die Herzen sind verstockt, die Ohrn verschlossen,
Die Augen wolln nichts sehn, sie sind verdrossen,
Das Blut der Adern ist zu Eis geworden.

Nun gibt es nichts mehr, was den Menschen freut.
Zum Unaussprechlichen ist er bereit:
Jetzt zieht er aus, um andre zu ermorden.

—–
[Peter Menke 2000]