Category Archives: Literatur

So verschaffen Grafitti dem Produzenten Lustgewinn durch Abfuhr psychischen Unbehagens, sind aber für den Transport gewöhnlich auf die Wände von Bedürfnisanstalten beschränkt.

Pross, Harry (1970). Publizistik. Thesen zu einem Grundcolloquium. Neuwied/Berlin: Luchterhand. p. 129.

Really, Mr Pross?

Zitatperle

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State of the art

Es tut so gut, zu wissen, dass man die neueste, aktuellste, druckfrischeste Literatur zitiert, die es auf dem wissenschaftlichen Markt gibt. Gerade solche Stellen hier tragen erheblich dazu bei:

By international agreement this unit [=the millimicron] is now called a nanometre, but we are going to use the more familiar old term here.

Lowenstein, Otto (1966): The senses. Harmondsworth, Middlesex: Penguin. p. 23

Using Scrivener to manage quotes and excerpts for scientific publications

I’ve been using Scrivener for quite a while, and some months ago I decided to use it also to write my doctoral dissertation (I’m from the field of computational linguistics). Much has been written about how to use Scrivener for the creation of scientific articles — I’m a LATEX guy, and I already managed to set up a production chain for the compilation of a customized LATEX  document with additional packages and modifications of how to create the bibliography.

But It took me a long time to find a good way to cope with those many, many publications by others: I needed to read and summarize them, and also to extract important tables, figures, and quotes.

I had a look at several tools that help to manage these kinds of data, but I didn’t find one that suited my needs (there were some of them that were quite okay, but they worked in a Windows environment only, but that was not an option for me).

But finally I read a section in Umberto Eco’s How to make a thesis on how to create an efficient index card apparatus. Index cards, that sounded somehow familiar. Then I had a sudden inspiration: Why not use Scrivener itself for the management of summaries and quotes? There were so many features that looked like they could be helpful — the index card view, the flexible hierarchical structure of documents and folders, keywords, labels, and so on and so on. So I decided to give it a try and do some of the literature work with Scrivener.

And this is how i did it:

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Fiktive Danksagungen in Dissertationen aus der Zeit zwischen Web 2.0 und Web 3.0

Manche Danksagungen in Dissertationen und anderen Abschlussarbeiten, wie der Dank an Cousine Käthe für das emsige Maschineschreiben unzähliger Manuskriptseiten liest man heute aus verständlichen Gründen nicht mehr. Dafür könnte es inzwischen andere geben, die man nur deshalb nicht liest, weil es entweder einfach noch nicht üblich ist, oder weil gewisse Leute die zugrundeliegenden Handlungen doch vielleicht als illegal oder unmoralisch einstufen würden… Wie hier zum Beispiel, in diesem fiktiven (und anonymisierten) Absatz einer Danksagung.

»Ich danke weiterhin @NN1, @NN2, [..] und @NNn für ihre unermüdlichen Reaktionen auf meine hilfesuchenden Tweets mit dem Hashtag #publeaker auf der Suche nach in meiner Bibliothek nicht verfügbaren Publikationen in Form von Emails mit entsprechenden PDFs als Dateianhängen. Ohne diese Hilfe hätte ich meine Dissertation nur unter Inanspruchnahme Dutzender stark kostenpflichtiger Zeitschriften-Abonnements vollenden können.«

Vergleiche mit aktuell stattgefundenen realen Ereignissen sind natürlich (wie sich jeder denken kann) völlig an den Haaren herbeigezogen.

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Nacht — quasi ein Teaser

Ganz nebenbei, neben Doktorarbeit, Arbeit und Alltag, gedeiht mein aktuelles Werk. Noch ist nichts geschrieben, bisher bin ich nur in der Planungs– und Konzeptphase. Immerhin bin ich aber so weit, dass ich folgenden (eigentümlicherweise in Englisch geschriebenen) »Teaser« schon fertig habe. Dieser soll den eigentlichen Kern, den Dreh– und Angelpunkt und die Motive, Beweggründe und Perspektiven der Hauptfigur darstellen. Mit ihr verhält es sich ein bisschen so wie mit der Bösen Hexe des Westens in Gregory Maguires »Wicked«: Wir erleben eine zunächst eindimensionale, böse Figur in einem neuen, viel differenzierteren Licht, das nun grau in vielen Schattierungen ist und nicht mehr nur schwarz. Die Literaturwissenschaft hält für dieses Verfahren den schönen Begriff »Revisionismus« bereit: Erzählen einer bisher sehr gut bekannten und vertrauten Begebenheit aus einer neuen, unerwarteten Perspektive, die alles interessanter macht, neue Hintergrundinformationen liefert und so Stränge der alten Handlung aufnimmt und unerwartet, aber schlüssig (neu) verknüpft.

Ich hatte aber einen »Teaser« versprochen, hier ist er nun.

I want to tell the story of a girl. A girl who was born into a cruel, archaic society full of superstition and bloodthirsty rituals. A girl with lily-white skin and black hair who has to be protected of any light brighter than that of a new moon night, or else she’ll die. A girl who slowly discovers her strength, who rediscovers her family’s power over the Ancient Spirits. A girl who is betrayed and ignored by men. A girl who falls in love but is not allowed to do so. A girl whose brother becomes one of the youngest and strongest aspirants for a membership in the Temple of the Sun. A girl who loses her only brother in the initiation trial of that temple — loses him forever to the destructive Forces of Fire and Water. A girl who does not want to accept things as they are, who wants to make a stand against the ignorant and bigoted priests of that odious temple. A girl who manages to master the most dangerous powers of the world, a girl who has her lover cut a magical instrument out of the roots of the thousand-year-old oak that forms the center of the world. And a girl who finally declares herself Queen of the Night — of that confiding, beloved night that never failed to protect her.

Man kann sich hierzu recht gut folgende Musik anhören:

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Kranksein als Chance

Ich habe die vergangene Nacht und den heutigen Tag wieder damit verbracht, gesund zu werden, nachdem ich irgendetwas hatte, von dem ich selbst nicht genau weiß, was es nun war — Kopfschmerzen, schmerzender Druck auf den Augen, beides umso schlimmer werdend, je heller oder lauter es um mich herum wurde. Es war auf jeden Fall anders als die Migräne, die ich ja leider auch immer wieder dann und wann habe. Meine Strategie lag also darin, möglichst Geräusche und Licht zu vermeiden, und möglichst so lange durchzuschlummern, bis dieser komische Zustand hoffentlich wieder vorüber war.

Aber wie das so ist: Man kann irgendwann nicht mehr schlafen bzw. still liegen. Aber gleichzeitig wollte ich ja auch vermeiden, den gerade abklingenden Kopfschmerz wieder zu wecken, so dass ich doch irgendwie liegenblieb. Und irgendwann hat man dann so einen Dämmerzustand erreicht, in dem man anfängt, zu träumen, obwohl man doch noch irgendwie bei sich ist. Vielleicht ist das Continue reading

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Gendergedöns™ im Silmarillion

Ich erwähnte es schon bei Twitter und Facebook — hier nun noch einmal das genaue Zitat, das mich erstaunte — Gendergedöns™ hätte ich bei Tolkien eher weniger vermutet.

Therefore the Valar may walk, if they will, unclad, and then even the Eldar cannot clearly perceive them, though they be present. But when they desire to clothe themselves the Valar take upon them forms some as of male and some as of female; for that difference of temper they had even from their beginning, and it is but bodied forth in the choice of each, not made by the choice, even as with us male and female may be shown by the raiment but is not made thereby.

Tolkien: The Silmarillion. Ainulindalë.
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Cinderella

Oh, er sah mich an
Doch kann ich für ihn nicht schön sein
Hässlich wie die Nacht,
Mit Asche auf den Wangen
Nicht verwunderlich,
dass er nicht lange auf mich blickt.

Er sieht die Asche, sieht den Rock aus grauem Linnen
Und keine Puppe mit Perlenband im Haar
Ich kann, so wie ich bin, ihn nicht für mich gewinnen
Vergebens… Ich bin für ihn einfach nicht da.

Alles wird im Schloss
in goldnem Glanz erstrahlen,
Dort tanzt sie mit ihm,
Hier sitze ich im Dunkeln
Keiner hört mich an
Keiner weiß, dass ich leiden kann.

In diesem Augenblick ist alles schon verloren,
Ich werde niemals, so wie ich bin, geliebt.
Ja, manche sind bereits als Königin geboren
Und andre sind es nicht wert, dass man sie sieht.

»Cinderella« (© 2006 Peter Menke)
midi-Datei

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Abend

Der letzte Strahl der lebensfrohen Sonne
Trifft mich und gibt den letzten Wärmehauch.
Verlöscht er, so sind Fröhlichkeit und Wonne
Und Lebenssinn vernichtet – wie ich auch.

So wie das Sonnenlicht des Tages schwindet,
Die Nacht mit ihrer Kälte Einzug hält,
So wie die Dunkelheit ihr Reich hier gründet,
So schwindet auch die Liebe aus der Welt.

Die Herzen sind verstockt, die Ohrn verschlossen,
Die Augen wolln nichts sehn, sie sind verdrossen,
Das Blut der Adern ist zu Eis geworden.

Nun gibt es nichts mehr, was den Menschen freut.
Zum Unaussprechlichen ist er bereit:
Jetzt zieht er aus, um andre zu ermorden.

—–
[Peter Menke 2000]

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