Kranksein als Chance

Ich habe die vergangene Nacht und den heutigen Tag wieder damit verbracht, gesund zu werden, nachdem ich irgendetwas hatte, von dem ich selbst nicht genau weiß, was es nun war — Kopfschmerzen, schmerzender Druck auf den Augen, beides umso schlimmer werdend, je heller oder lauter es um mich herum wurde. Es war auf jeden Fall anders als die Migräne, die ich ja leider auch immer wieder dann und wann habe. Meine Strategie lag also darin, möglichst Geräusche und Licht zu vermeiden, und möglichst so lange durchzuschlummern, bis dieser komische Zustand hoffentlich wieder vorüber war.

Aber wie das so ist: Man kann irgendwann nicht mehr schlafen bzw. still liegen. Aber gleichzeitig wollte ich ja auch vermeiden, den gerade abklingenden Kopfschmerz wieder zu wecken, so dass ich doch irgendwie liegenblieb. Und irgendwann hat man dann so einen Dämmerzustand erreicht, in dem man anfängt, zu träumen, obwohl man doch noch irgendwie bei sich ist. Vielleicht ist das der Zustand, den Tinkerbell in Hook meinte, als sie sagte:

You know that place between sleep and awake? That place where you still remember dreaming? That’s where I’ll always love you… Peter Pan. That’s where I’ll be waiting.

Ganz so kitschig-pathetisch war es dann in meiner deutschen Altbauwohnung doch nicht. Dennoch haben sich diverse Szenen in meinem Kopf abgespielt, die sich immer weiter zu einem Handlungskomplex verdichtet haben, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Das Ganze wurde noch untermalt von einem auf Repeat laufenden Album klassischer Musik.

Und diese Handlung, diese Variation einer alten, schon mehrfach verarbeiteten und manchmal verunstalteten Handlung, die kann ich nun nicht mehr loswerden. Sie ruft danach, festgehalten zu werden.

Mal sehen, was ich daraus kreativ gestalten kann. Durch helles Sonnenlicht auftretender stechender Schmerz in Augen und Kopf, das lässt einen heutzutage zuallererst eine Assoziation ins Vampir-Genre wagen. Aber dahin wird es wohl nicht gehen, es hat ja nun wahrlich in den letzten Jahren auch viel, viel Müll in dem Bereich gegeben. Eher geht es revisionistisch ins Reich von Märchen und Fantasy. Die Wicked Witch of the West hat sich in »Wicked« rehabilitiert, ich statte nun einer anderen »bösen« Frau einen Besuch ab — vorausgesetzt, dass es was wird und sich aus dem Hirngespinst (im wahrsten Wortsinn) etwas Substanzielleres ergibt. Wenn dem so ist, gibt es hier bald mehr.

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One thought on “Kranksein als Chance

  1. Feylamia sagt:

    I’m intrigued, Mister Menke!

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