Monthly Archives: Januar 2011

Israel Kamafjallajökull

Da war es schon wieder im Radio. Dieses nervige Lied. Es ist mir immer noch unbegreiflich, wie dieses doch recht seichte Cover-Gedudel von »Over the Rainbow« (mit Ausflügen in die »What a Wonderful World«) in die Charts kommen konnte. Am schlimmsten finde ich aber, dass der Sänger, dessen Namen ich mir ebensowenig merken kann wie den von diesem isländischen Vulkan (mögen sie beide in Frieden ruhen) chaotisch, dafür aber um so hartnäckiger die Strophen neu zusammensetzt und somit erstens ihren Sinn zerstört und zweitens sogar syntaktisch falsche Sätze konstruiert, in denen offensichtlich so wichtige Dinge wie das Verb fehlen, oder die (wie bei »Human« von den Killers) einfach mal munter Singular und Plural vertauschen:

Somewhere over the rainbow
Way up high
There’s a land that I heard of And the dreams that you dreamed of
Once in a lullaby

oder

Somewhere over the rainbow
Skies are blue Way up high
And the dreams that you dare to dream
Really to come true. Why, oh why can’t I?

Warum? Das irritiert fürchterlich beim Zuhören, und man kann einfach nicht verstehen, warum es diese offensichtlichen Fehler in die Aufnahme geschafft haben. Mir kommt es so vor, als hätte Herr Kamakawiwoʻole den Text nicht so ganz draufgehabt — im Sinne von Auswendig-Wissen ebenso wie im Sinne von Verständnis, denn solche Fehler können kaum passieren, wenn man weiß, wovon man singt. Schon echt seltsam, dass der Song es dennoch so weit gebracht hat. Ich frage mich, was Judy Garland gedacht hätte, wenn sie diese Version gehört hätte. Nein nein, manchmal ist eben doch das Original die beste Version:

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Schöner singen mit Anna Tomowa-Sintow

Du bist Klassik — du bist die Stimme. Sei individuell und spar dir einfach mal das lästige Artikulieren von Konsonanten. Das hat seinerzeit schon die große Anna Tomowa-Sintow unter »Hermann von Karajan« (Zitat Loriot) getan (wer es genau nachforschen will: In der bekannten Einspielung von Wolfgang Amadeus Mozarts »Don Giovanni« 1986), und ist damit bestens durchgekommen:

Non Mi Dir (Clip)

Merke: Aus einem lästigen, anstrengenden

Non mi dir /non.mi.dir/

machst du einfach ein locker-beschwingtes, anstrengungsfreies

Noo-ii-iir /noõ.iː.iːr/

und alle Welt wird dir verzückt zuhören!

Hab Mut und trau dich! Du bist die Oper — Du bist Anna Tomowa-Sintow!

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Der Felix, die Anni und das Virgino

In meinen Google Alerts, die ich mal nebenbei für das Projekt »Linguistic Networks« aufgesetzt habe und seitdem dann und wann mal sichte, landen seit einigen Tagen immer wieder Personen-Übersichtsseiten von so fragwürdigen Services wie yasni.de und Konsorten. Diese Dienste sammeln sich datenkrakenartig alles, was sie im Internet finden können und was auch nur ansatzweise nach personenbezogenen Informationen aussieht und erstellen dann besagte Personen-Übersichtsseiten, die dann geballte Linksammlungen darstellen. Wenn diese Systeme richtige Personen gefunden haben, und wenn sie auch den Namen die entsprechenden Identitäten richtig zuordnen können, dann haben diese Seiten eine Macht und einen Informationsgehalt, den ich gar nicht abschätzen kann und will — sei es zum Guten oder zum Bösen. Continue reading

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Ein sicheres Lebensmittel

Auf meinem (übrigens sehr leckeren und wahrscheinlich auch sehr aromatisierten) Erdbeer-Sahne-Tee steht folgendes:

Wichtiger Hinweis:
Immer mit sprudelnd kochendem Wasser übergießen und mindestens 6–8 Minuten ziehen lassen! Nur so erhalten Sie ein sicheres Lebensmittel!

Ich habe ihn aber neun Minuten ziehen lassen. Ist mein Lebensmittel jetzt nicht mehr sicher? Müssen wir jetzt alle sterben?

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Paradoxa des Alltags: Knubbel im Saitling

Würstchen sind schon eine komische Sache. Niemand außer Fleischern weiß so wirklich, was drin ist, und was damit vom Tier bis zum Brät so alles passiert. Und auch der Saitling ist eigentlich etwas, bei dem man sich mehrmals überlegt, ob man es wirklich essen will, sobald man genauer nachliest, was es wirklich ist.

Es gäbe also Gründe genug, diese Dinger nicht zu verzehren. Trotzdem esse ich Wiener Würstchen und Bockwürste immer wieder gern mit großem Appetit — allerdings nur genau bis zu dem Zeitpunkt, wo ich so einen komischen Knubbel entdecke, der seitlich aus dem offensichtlich aufgerissenen Darm herausgequollen und beim Garvorgang leicht hart geworden ist. Genau ab dieser Entdeckung habe ich kaum noch Appetit auf diese Dinger, obwohl das Zeug im Knubbel ja nichts anderes ist als das, was in der Wurst ist.

Ist das nicht seltsam, dass man diese Dinger trotz besseren Wissens ohne Bedenken isst, und dann erst von solch einer Belanglosigkeit davon abgehalten wird?

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The Beauty of Slowness

Yesterday I discovered SoundCloud, and I found the most impressive tracks there: Versions of popular music that had been slowed down heavily, which led to a totally different impression — you simply are not able to recognize the original piece anymore. These are the Jurassic Park Theme, allegedly 1000% slower, and The Aquarium from Saint-Saëns‹ »Carnival of the Animals«, 8 times slower.

This music has an unbelievably calming, soothing effect, and it  impressed be so much that I tried to create my own slowdown music. I took Paulstretch and aptitude and slowed down different pieces from Mozart, freely available at the famous »Mozart-Archiv im Turm«. Of these newly created pieces, the »Recordare« from the Requiem impressed me the most. You can listen to my version by clicking the »play« button below, but you also should be provided with an option for download:

Mozart Requiem Recordare 30x slower by pmenke

Other pieces will follow — maybe you have suggestions, especially from Mozart’s œuvre, since the whole lot is available for free. 😉

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Schreiwerbung fürs FameLab

Der Newsfeed der Uni Bielefeld verkündet in bester Manier einer BILD-»Zeitung« folgende frohe Botschaft: »200 Euro für sechs Minuten! FameLab NRW belohnt die schnellsten Anmeldungen!«

Liebe Uni, kann es vielleicht sein, dass da einfach keiner mitmachen will, und dass die Abneigung nur umso größer wird, je mehr diese komische Veranstaltung derart marktschreierisch-krampfhaft beworben wird? Denk mal drüber nach.

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酸辣湯 (Scharf-saure Suppe)

Mein aktuelles Lieblingsrezept — das könnte ich mehrmals pro Woche essen. Praktisch ist, dass eine Ladung immer für zwei bis drei Abende reicht. 😉 Das Rezept orientiert sich ziemlich stark an diesem Rezept von chefkoch.de — aber ich habe mir (teilweise inspiriert durch die Kommentare, teilweise durch mein zwar nicht natives, jedoch doch zumindest teilweise ausgeprägtes Verständnis von asiatischer Küche) einige Änderungen erlaubt. Bessere Fotos folgen beim nächsten 酸辣湯-»Happening«!
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Trypaphobia

"Er" dirigiert das Schreiorchester.

»Er« dirigiert das Schreiorchester.

Eben habe ich zufällig die DVD des Kurzfilms wiedergefunden, den wir 2007 im Rahmen eines Seminars an der Uni Bielefeld gemacht haben. Streng genommen waren wir, Julia und ich, die beiden Hauptdarsteller, gar nicht Teilnehmer, sondern wurden von Bernadette, mit der wir in diesem Jahr gemeinsam  in der Compagnie Charivari gespielt haben, gefragt, ob wir nicht mitmachen wollen. Das haben wir getan, und es hat sich gelohnt! Was für ein Erlebnis…

Und ich dachte schon, ich hätte die DVD verbummelt. Aber nein. Eben habe ich sie ganz unverhofft wiedergefunden, und natürlich gleich geschaut.

»Trypaphobia« oder Trypa-, bzw. Trypophobie ist, ganz vereinfacht gesagt, eine krankhafte Angst vor Löchern. Das ganze ist natürlich nicht ganz so einfach, man kann sich bei Interesse auf trypophobia.com schlauer machen. Worum es genau geht, kann ich hier aber schlecht erzählen, ohne dem Film die Spannung zu nehmen. Wer ihn sehen will: kein Ding, einfach Bescheid sagen. Ich kann ihn allerdings nicht vervielfältigen oder ins Netz stellen, soviel sei schonmal vorweg gesagt.

Hier sind ein paar Szenenfotos:

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Te Deum gefunden!

Der eine oder andere wird sich erinnern: Ich suchte und suchte ein Te Deum von Michael Haydn. Nach Tagen hatte ich entnervt aufgegeben, aber endlich konnte ich durch einen Zufall die Einspielung des »Te Deum in C« (MH 28) vom Savaria Barockorchester unter Németh Pál (oder Pál Németh?) probehören und identifizieren. Ich habe dann das Te Deum sogar bei iTunes herunterladen können. Fragt sich nur, warum ich es zuvor dort nicht finden konnte, obwohl ich dort auch lange gesucht habe.

Was bin ich froh, dieses Stück Erinnerung wiedergefunden zu haben! Man wird sich vorstellen können, dass ich das Ding jetzt ziemlich oft höre. Ich danke allen, die versucht haben zu helfen. :)

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