Rezension: Die Bielefeld-Verschwörung

Mittwoch waren wir im Kino, um das für OWL wichtigste Machwerk der letzten 10 Jahre anzuschauen: »Die Bielefeld Verschwörung«. Man möge mir verzeihen, wenn ich den Titel geringfügig abändere und das Deppenleerzeichen entferne.

Mir sind während des Films und danach verschiedene kleine Mini-Zusammenfassungen eingefallen, die den Film schon ganz gut, aber dennoch nicht komplett wiedergeben, so beispielsweise »Der Da Vinci Code von OWL« oder »Die drei männlichen Engel für Wanstohn«. Ich will aber auch keinen kompletten Durchmarsch durch Handlung und Charaktere vornehmen, daher im Folgenden nur mehr ein paar Stichpunkte:

  • Die Handlung war eine schöne Weiterspinnung der altbekannten Verschwörung, wie man sie aus dem Internet kennt. Drei Agenten von Professor Wanstohn versuchen die Machenschaften der Bielefeld-Verschwörer aufzudecken, müssen Rätsel lösen und geheimnisvolle Dinge finden, bis sie schließlich am Ende in einem Showdown… aber da will ich nicht zu viel verraten. Einige Elemente haben sich mir dennoch nicht so ganz erschlossen — so fand ich das verstreute Auftreten der Königin von Saba recht unmotiviert, genau wie die besonderen Eigenschaften von Hardy Hart, die nie so wirklich erklärt werden.
  • Besonders positiv aufgefallen sind mir Holger Grabbe, der als eine liebenswerte Mischung aus Dumbledore und Gandalf vor allem den ersten Teil des Films getragen hat, daneben die drei männlichen Engel und Rita Lihn (zu den Namen komme ich noch). Weniger überzeugen konnte (bitte nicht übelnehmen) leider die »dunkle Seite«, speziell eine ziemlich blasse und auf irgendeine Art anstrengend anzuschauende Nicole Pasuch als Luci Fair; und auch Sebastian Habla, der den diabolisch-meditativen Somo Bishi gab, übertrieb durch seine allzu gekünstelte und nicht zum Rest der schauspielerischen Spannung passende Art. Bramsen und Sheran wiederum waren durchaus akzeptabel.
  • Zu den Namen kann ich nur sagen: Rita Lihn? Luci Fair? Bramsen? Warum einen so schönen, spannungsvollen und ansonsten tollen Film mit diesen albernen Namen verunstalten? Wenn man einen tollen Agententhriller drehen will, sollten es nicht solche Namen sein. Und auch (oder gerade) bei einer Parodie nicht. Es sei denn, man will sich auf dem Gebiet eines Bully Herbig bewegen.
  • Es gab viele sehr schöne Einstellungen, so beispielsweise nachts am Strand, oder auch bei der wirklich geilen Verfolgungsjagd. Und am Ende, wenn die Reisenden wieder heimkehren, hat man mit der steigenden Kamera, und dem, was hinter den Mauern dann ins Blickfeld kommt, wirklich eine geile Einstellung, die sich durchaus mit Hollywood messen kann.
  • Generell ging es mir und dem ganzen Publikum so, dass man immer wieder schmunzeln oder sogar lachen konnte, und das aus den verschiedensten Gründen. Mal waren es sehr schön gelungene Gags, von denen mir besonders einer sehr gut gefallen hat, der sich um die Infra-Substruktur der Universität Bielefeld dreht 😉 Aber auch die Spezialeffekte oder die Schauspielerei des Einen oder Anderen sorgte für ein Lächeln — und das darf auch sein: Denn es handelt sich um ein Projekt, in dem viele Amateure mit viel Herzblut mitgewirkt haben, und der Spaß und das Engagement sind in diesen Stellen zu bemerken.
  • Nur eines frage ich mich: Wenn man in Griechenland die ganze Nacht nach entlaufenen Feinden sucht, warum geht man nicht zu dem einzigen Lagerfeuer, was vermutlich im Umkreis von 20 Meilen hell am nächtlichen Strand brennt? 😉

Ich weiß, dass ich diesen Film, was Leistung und Professionalität anbelangt, nicht mit Hollywoodproduktionen vergleichen darf, und das will ich auch gar nicht. Ich bin begeistert und beeindruckt ob dieses Werks, und es hat riesigen Spaß gemacht, es anzusehen. Dennoch dachte ich mir, ist es vielleicht gerade ein Zeichen der Würdigung, dass man in einer Rezension zur Sache geht und nicht nur die positiven Sachen erwähnt, sondern ein umfassendes Meinungsbild abgibt. Und über die gefundenen Anschlussfehler werde ich vermutlich einen separaten Artikel machen, wenn ich noch ein zweites oder drittes Mal das Vergnügen hatte, mir den Film anzusehen. :)

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2 thoughts on “Rezension: Die Bielefeld-Verschwörung

  1. Geplaudert 2.0: Rezension: Die Bielefeld-Verschwörung…

  2. tomasz sagt:

    Konstruktive Kritik kommt immer gut an. Danke für die Blumen und die kritischen Worte.

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